EEG-Umlagepflicht bei Eigenversorgung

Seit Inkrafttreten des EEG 2014 müssen auch Eigenversorger EEG-Umlage zahlen. Veröffentlicht wird die EEG-Umlage jeweils zum 15.10. eines Jahres auf netztransparenz.de.

 

Was bedeutet Eigenversorgung?

Eigenversorgung liegt vor, wenn Personenidentität zwischen dem Betreiber der Erzeugungsanlage und dem Nutzer des verbrauchten Stroms besteht und der Strom unmittelbar nach der Erzeugung vor Ort verbraucht wird. Hierbei ist auch zwischen natürlichen (Privatperson) und juristischen Personen (z.B. Firma, Organisation) zu unterscheiden. Keine Eigenversorgung liegt beispielsweise vor, wenn die Max Mustermann GbR die Erzeugungsanlage betreibt und Max Mustermann als Privatperson den Strom verbraucht.

Wer ist betroffen?

Gemäß § 61 Abs. 1 EEG 2014 zahlen Betreiber von EEG-Anlagen und hocheffizienten KWK-Anlagen eine verringerte EEG-Umlage:

  • 30% in 2014/2015
  • 35% in 2016
  • 40% in 2017

Für alle übrigen Erzeugungsanlagen gilt eine EEG-Umlage von 100%.

Befreit von der EEG-Umlage sind gem. § 61 Abs. 2 bis 4 EEG u.a. gewisse Bestandsanlagen, die bereits vor dem 01.08.2014 zur Eigenversorgung genutzt wurden sowie Stromerzeugungsanlagen mit einer installierten Leistung von höchstens 10 Kilowatt und höchstens 10 Megawattstunden Eigenversorgung pro Kalenderjahr.

Welcher Netzbetreiber ist zuständig?

In der Regel ist die Netz Lübeck GmbH als örtlicher Verteilnetzbetreiber dazu verpflichtet die EEG-Umlage von den Eigenversorgern in unserem Netzgebiet zu erheben und die erhaltenen Zahlungen an unseren Übertragungsnetzbetreiber TenneT TSO GmbH weiterzuleiten.

In Ausnahmefällen liegt die Zuständigkeit allerdings direkt beim Übertragungsnetzbetreiber. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie

  • den Strom aus Ihrer Anla­ge nicht nur selbst ver­brau­chen, son­dern die­sen auch an Drit­te lie­fern oder
  • den Strom durch das öffent­li­che Netz lei­ten und dann selbst nut­zen oder
  • für die Abnah­me­stel­le Ihrer Anla­ge eine Begren­zung der EEG-Umla­ge nach der beson­de­ren Aus­gleichs­re­ge­lung (z.B. für strom­kos­ten­in­ten­si­ve Unter­neh­men) in Anspruch neh­men oder
  • eine direkt an das Über­tra­gungs­netz ange­schlos­se­ne Anla­ge haben.

Trifft einer dieser Fälle zu, setzen Sie sich bitte direkt mit der TenneT TSO GmbH in Verbindung.

Welche Mitteilungspflichten haben Eigenversorger?

Meldung an den Netzbetreiber

Eigenversorger sind dazu verpflichtet, dem für die Erhebung der EEG-Umlage zuständigen Netzbetreiber bis zum 28. Februar eines Jahres alle Angaben zur Verfügung zu stellen, die für die Endabrechnung der EEG-Umlage des Vorjahres nach § 61 EEG 2014 erforderlich sind.

Bitte verwenden Sie zur Meldung an die Netz Lübeck GmbH folgendes Formular:
Meldeformular Eigenversorgung

 

Meldung an die Bundesnetzagentur

Zusätzlich zu der Meldung an den Netzbetreiber müssen Eigenversorger zum 28.02. eines Jahres auch eine Meldung an die Bundesnetzagentur geben. Weitere Information hierzu finden Sie auf der Internetseite der Bundesnetzagentur.

Wichtiger Hinweis

Kommt der Eigenversorger seinen Mitteilungspflichten nicht fristgerecht nach, erhöht sich der Anteil der zu zahlenden EEG-Umlage gemäß § 61 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 EEG 2014 auf 100%.