Direktvermarktung

Regeln der Direktvermarktung

Die Betreiber von neuen Einspeiseanlagen mit einer installierten Leistung von über 100 kWh sind zu einer Direktvermarktung des Stroms verpflichtet, den sie in das Netz einspeisen. In der Praxis wendet sich der Anlagenbetreiber hierzu an ein Direktvermarktungsunternehmen, dass den erzeugten Strom dann an der Börse verkauft. Hierzu ist es wichtig, dass die Anlage dem Bilanzkreis des jeweiligen Direktvermarktungsunternehmens zugeordnet ist.

Vermarktungsformen nach dem EEG

Nach den Vorgaben des § 20 EEG 2014 kann die Veräußerung der Einspeisung aus EEG-Anlagen auf verschiedenen Wegen erfolgen:

  1. Geför­der­te Direkt­ver­mark­tung
  2. Sons­ti­ge Direkt­ver­mark­tung
  3. Ein­spei­se­ver­gü­tung nach § 37 EEG 2014 (klei­ne Anla­gen)
  4. Ein­spei­se­ver­gü­tung nach § 38 EEG 2014 (Aus­nah­me­fäl­le)
Team Abrechnung Fragen zur Abrechnung

Wechsel der Vermarktungsform

PV Anlage

Ein Wechsel der Vermarktungsform ist nach § 20 Abs. 1 EEG 2014 nur zum ersten Kalendertag eines Monats möglich. Die An- und Abmeldung der Direktvermarktung oder der Wechsel zwischen verschiedenen Veräußerungsformen muss der Anlagenbetreiber dem Netzbetreiber nach § 21 EEG spätestens vor Beginn des Monats mitteilen, der der Veränderung vorangeht.

Ein Wechsel in die Einspeisevergütung nach § 38 EEG kann bis zum fünftletzten Werktag des Vormonats angezeigt werden. Die Prozesse für den Wechsel in die Direktvermarktung oder auch zurück in die gesetzliche Vergütung wurden durch die Bundesnetzagentur in den Beschlüssen „Festlegung von Marktprozessen für Einspeisestellen Strom“ (Beschlüsse BK6-12-153 und BK6-14-110) festgelegt. Weitere Informationen finden Sie hier: Bundesnetzagentur.

Die An- und Abmeldung der Vermarktungsform erfolgt im Regelfall durch das Direktvermarktungsunternehmen auf dem Wege automatisierter Wechselprozesse im EDIFACT-Format. Die Meldungen sind an folgende Adresse zu richten: SW-Luebeck-Netz@gpke-datenaustausch.de. Erfolgt die An- und Abmeldung durch ein Direktvermarktungsunternehmen, ist der Nachweis der Bevollmächtigung durch den Anlagenbetreiber erforderlich.

Als Anlagenbetreiber haben Sie außerdem die Möglichkeit, das nachfolgende Formular zu nutzen, wenn Sie den Wechsel der Vermarktungsform, den kurzfristigen Lieferantenwechsel, den Wechsel in und aus der Vergütung in Ausnahmenfällen nach § 38 EEG 2014 sowie die erstmalige Anmeldung der Anlage ab Inbetriebnahme melden möchten. Das entsprechende Formular finden Sie auf der Seite der BnetzA unter dem Beschluss Bk6-14-110 als Anlage 2.

Bitte übersenden Sie uns das vollständig ausgefüllte Meldeformular mit dem Betreff "Einspeisermeldung“ an die E-Mail Adresse direktvermarktung@netz-luebeck.de. Soll der durch Ihre Anlage erzeugte Strom unmittelbar ab dem Zeitpunkt der Inbetriebsetzung direkt vermarktet werden, setzen Sie sich bitte so frühzeitig wie möglich mit uns in Verbindung.

Nachweis der Fernsteuerbarkeit

Der Anspruch auf Zahlung der Marktprämie besteht u.a. nur dann, wenn der Strom in einer Anlage erzeugt wird, die „fernsteuerbar“ im Sinne des § 36 EEG 2014 ist. Die Fernsteuerbarkeit muss grundsätzlich bei der Anmeldung in die Direktvermarktung nachgewiesen werden. Ausgenommen hiervon sind Neuanlagen, für die der Nachweis bis zum zweiten Monat nach Inbetriebnahme erbracht sein muss.

Team Einspeisung

Wir empfehlen die Herstellung der Fernsteuerbarkeit frühzeitig anzugehen, damit eine fristgemäße Umsetzung nicht durch mögliche Engpässe bei Lieferanten und Installateuren gefährdet wird. Zum Nachweis der Fernsteuerbarkeit senden Sie uns bitte das Formular Fernsteuerbarkeit per Fax auch gerne per E-Mail an die Adresse direktvermarktung@netz-luebeck.de unter dem Betreff "Fernsteuerbarkeit". Wir bitten Sie zu beachten, dass die Fernsteuerbarkeit zusätzlich zum Einspeisemanagement des Netzbetreibers gem. § 9 EEG 2014 i. V. mit § 14 EEG 2014 vorzuhalten ist.